Arbeit

Arbeit & Krankenkasse, das unzertrennliche Duo

Ich hatte vor einen weiteren Artikel über das glückliche Leben zu schreiben, doch dann setzte sich ein anderes Thema in meinem Kopf fest.
Es geht mir heute über die Verbindung der Krankenkasse und der Arbeit.

Zunächst ein Zitat aus Björn Kerns Buch [Das Beste was wir tun können ist nichts]:
“Ich habe nie begriffen, warum die Krankenkasse an den Job gekoppelt ist. Wir werden krank oder bleiben gesund, weil wir Menschen sind. Und nicht, weil wir Arbeitnehmer sind.”

Ganz genau. Das verstehe diese enge Verbindung der beiden auch nicht, wenn ich genau nachdenke.
Das System in dem wir leben ist so gedacht, dass wir arbeiten müssen, wenn wir eine gesundheitliche Versorgung wollen. Es sei denn, wir können das aus eigener Tasche bezahlen, vom Erbe, der Aktienspekulation oder dem Lottogewinn.
Aber, das sollte man sich klar machen, es ist kein Naturgesetz welches nicht zu ändern ist. In manchen Ländern ist es möglich. Dort könnte man von seinem eigens angepflanztem Gemüse leben und würde kostenlos das Handgelenk geschient bekommen, falls nötig.

Warum kann sich denn ein so reiches Land wie Deutschland keine freie medizinische Versorgung, oder zumindest Grundversorgung, leisten?
Ich kann mir vorstellen, dass das einfach nicht gewollt ist. Am Geld liegt es kaum. Man braucht ein Druckmittel um Menschen zur Arbeit zu bewegen. Was ist da besser als die Angst, bei einem Unfall oder Blinddarmproblem, sich ohne Krankenversicherung hoch zu verschulden? Niemand soll ohne Lohnarbeit leben können.
Ich denke eine weitere Hürde zur medizinischen Grundversorgung für alle, sind die privaten Krankenkassen. Die hätten mit großen finanziellen Einbußen zu rechnen, das kann man denen ja nicht zumuten.
Mich macht diese Tatsache ziemlich unfrei. Ich möchte gerne krankenversichert sein, da doch mal schnell was passieren kann. Also heißt es für mich arbeiten & zahlen. Hier stelle ich Dir meine bisherigen Modelle vor:

– Arbeit inkl. Sozialversicherung. Klar, man ist gesetzlich versichert.
– Selbstständig arbeiten & freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert sein. Hier gibt es verschiedene Kostenmodelle:
– Bei einem Monatseinkommen so unter 900,- € konnte ich mich für 160,- € Monatsbeitrag versichern.
– Als ist bis zu 1400,- € verdiente, kostete mich die Versicherung ca. 260,- €. Verdient man mehr, zahlt man den vollen Beitrag in Höhe von ca. 330,- € und mehr.

Es spielt bei der gesetzlichen Krankenkasse keine Rolle wie alt man ist. Auch wäre die Familie, falls nicht selbst arbeitend, mitversichert. Immerhin.
Die privaten Krankenversicherungen locken mit scheinbar besseren Angeboten. Freunde von mir waren in ihren 20ern mit 100,- € dabei. Naja, falls was anstand gab es eine Selbstbeteiligung in Höhe von mehreren hundert Euro im Jahr. Aber sie waren ja jung & fit. Dann wurden sie 30, 35, 40…die Beiträge steigen Jahr um Jahr. Mittlerweile haben einige Kinder. Diese müssen auch privat versichert werden. Die erträumte Chefarztbehandlung kostet auch extra, monatlich, klar.
Also alles in allem eine ganze Schippe teurer.

Überhaupt kann man sich ja denken, dass Risikofälle nicht gerne von einer Krankenkasse versichert werden. Es sei denn, ja genau, man zahlt noch ein bißchen mehr.

Für mich zum Leben würden 450,- € reichen, wenn ich dann nicht 160,- Krankenkassenbeiträge zahlen müsste. Ein Minijob ist also nicht genug. Dieser kommt übriges auch den Arbeitgeber teurer als eine Festeinstellung auf 451 ,-€ Basis, wer hätte das gedacht? [Artikel verlinkt]
Nun, dann muß ich also mindestens 610,- € verdienen.
Ähm das reicht auch nicht, denn es ist vielleicht ratsam sich als Selbstständige noch eine Betriebshaftpflicht zuzulegen, Kostenpunkt ca. 280,- € jährlich.
Dann sind wir bei 622,- €. Jetzt gibt es noch andere Hürden zu nehmen… ich werde dazu noch einen eigenen Artikel schreiben (Was Selbstständigkeit kostet).

Hier der Link zu dem fantastischen Buch von Björn Kern:

Das Beste, was wir tun können, ist nichts
(Partnerlink) lesen!

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