Befreit

Anleitung für ein gutes Leben – Tagesprogramm Teil 1

Was muß ich tun um ein glücklicherer, freierer Mensch zu werden?

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Verschulde Dich nicht! Versuche nicht Dir Freiheit zu erkaufen! Arbeite so wenig wie möglich! Sei so optimistisch wie möglich! Mache so wenige Termine wie möglich! Kritisiere Dich nicht! Höre keine Nachrichten! Höre nicht drauf was andere von Dir wollen! Genieße das Essen & ein gutes Bier! Wandere in der Natur! Freue Dich über kleine Dinge! Helfe anderen Menschen, den Tieren oder der Umwelt!

Das sind so meine Ideen, um eben mein selbstgesetztes Ziel zu erreichen. Ich möchte glücklicher und freier werden. Ist es aber richtig sich dies überhaupt als Ziel zu setzen? Setzt mich das vielleicht zu sehr unter Druck? Glück als Ziel ist doch Humbug oder? Nun, ja. Klingt komisch. Vielleicht sollte ich lieber versuchen ein zufriedenerer Mensch zu werden und mich mehr über die kleinen Dinge zu freuen? (Dann muß ich hier den schwammigen Begriff Glück nicht definieren.)
Gut, also los. Dann fange ich mal an.
Aber wo genau?
Zunächst könnte ich einige Minuten das Wort “Zufriedenheit” visualisieren und dabei lächeln, unbedingt lächeln. Vera Birkenbiehl hat ein tolles Seminar zum Thema Humor im Alltag gehalten. Da wird die Sache mit dem Lächeln gut erklärt: link: anschauen
Okay, nächster Punkt.
Ich habe jetzt visualisiert und gelächelt. Vielleicht jetzt mal aufstehen und strecken? Am besten ziehe ich mir gleich eine bequeme Jogginghose an und mache ein wenig Yoga.
Ein bißchen Sonnengruß, ein bißchen Kriegerin. Wenn ich hier schon auf der Matte stehe mache ich auch gleich ein paar Bauchmuskelübungen, dann sind die gemacht.
Schön. Ich habe das Glück einen tollen Hund zu haben. Ich kraule ihr den Bauch. Ich hatte mal gelesen, dass das Betrachten des eigenen Hundes, wenn er einen betrachtet den Blutdruck senken und Glückshormone ausschütten soll.
Top. Es läuft. Jetzt setze ich mir mal einen Tee auf und denke nicht an die Dinge, die ich tun müsste…nein, dazu werde ich mir jetzt eine neue Einstellung zulegen.
Ich will ab jetzt die Stunden auf dem Sofa mit einem Buch oder dem Internet auf dem Schoss genauso wertschätzen, wie die Stunden im Büro.
Leistung wird nun von mir anders definiert. Die Projekte, Emails, Kopien und Telefonate die man für Geld macht, haben nicht mehr Gewicht auf dem “Hab ich erledigt – Konto” als auf dem Sofa zu dösen.
Ja, hier braucht es ein wenig Konzentration und Übung. Ab jetzt heißt es nach jedem Nickerchen: Gut gemacht Doro! Du hast was gutes getan. Nämlich kaum Energie verbraucht, keine Ressourcen verschwendet, die Umwelt nicht geschädigt.

Nun kommen wir zu dem Punkt mit den Nachrichten. Es gab Zeiten, da haben mich Nachrichten aus Deutschland und der Welt echt interessiert. Ich habe das Geschehen verfolgt, darüber diskutiert. Dann hatte ich eine ganze Zeit lang das Gefühl, es muß mich interessieren. Ich habe dem gelauscht und ständig den Kopf geschüttelt und mich aufgeregt. Jetzt komme ich an den Punkt, wo das Radio aus bleibt. Keine Informationen mehr über die Politiker die ständig dem logischen Menschenverstand zuwider handeln oder reden und reden ohne was zu sagen, geschweige denn was für die Menschen zu tun.
Es ist so traurig was in der Welt passiert, es sind viel zu viele egoistische, dämliche Angeber an der Macht… Ich lasse mich ja nicht so schnell verunsichern, aber so mancher (meine Mutter) hat jetzt mehr Angst vor bärtigen Männern mit dunklen Haaren. All die schlechten Nachrichten dienen ja auch dazu, Gesetze zu erlassen die unsere Rechte einschränken und andere ausgrenzen.
Da…! Ich rege mich schon wieder auf. Keine Nachrichten mehr, solange keine guten gesendet werden!
Ich muß mir klar machen, dass es niemanden hilft, wenn ich schlecht drauf komme, weil ich Nachrichten höre.
Ich könnte statt dessen einfach irgendwo helfen. Im Altersheim jemanden besuchen, Müll im Wald aufsammeln, mich gegen Massentierhaltung engagieren oder auch einfach nichts tun. Zuhause bleiben, keinen Sprit verfahren, nichts kaufen und somit niemanden ausbeuten.
Hier ein Zitat von Björn Kern*:
“Es ist nicht gut für die Wirtschaft, nichts zu produzieren und nichts zu kaufen. Das hat man mir auch beigebracht. Doch einfacher, als mit genesender Wirtschaft den Menschen zu schaden, wäre es vielleicht, mit geschädigter Wirtschaft als Mensch zu genesen. Das geht am besten, indem man gar nichts tut.”
So jetzt schnell nicht mehr an Politik denken…Das Wort Entspannung visualisieren.
Es wird Zeit für einen langen Spaziergang im Wald. Unterwegs werde ich immer wieder anhalten und die kleinen Dinge bewundern. Einen Käfer vielleicht oder eine Blume.

*Björn Kern, Artikel in der Zeit: lesen

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